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CCT-24 erstattet Gebühren für WAP-Abo zurück

Wie ich berichtete, habe ich mir auf meinem iPhone ein kostenpflichtiges WAP-Abo der Firma CCT24 eingefangen. Wie ich weiterhin berichtete, war es höchstwahrscheinlich gar nicht mein iPhone, über das das Abo gebucht wurde, sondern ein Android-Tablet, welches mit dem mobilen Hotspot meines iPhones verbunden war. Ich hatte herausgefunden, dass CCT-24 in Zypern sitzt und mir wenig Hoffnungen gemacht, von diesem Anbieter, der eine Adresse in Köln als Ansprechpartner für Deutschland nennt, eine Stellungnahme zum Abo zu bekommen. Weit gefehlt. Ich habe eine Antwort erhalten. Zwar sei das Abo rechtmäßig abgeschlossen worden und einen Fehler auf Seiten des zyprischen Anbieters könne man nicht erkennen, da ich aber mit dem gebotenen Service (ein Videoportal für Mobilgeräte??!!?) nicht zufrieden gewesen sei, würde man mir die 4,99 Euro gerne zurückerstatten:

CCT24 möchte Abogebühren erstatten

Ich bin gespannt, auf welchem Wege die 4,99 Euro ihren Weg zurück zu mir finden sollen und werde die nächsten Mobilfunkrechnungen genau im Blick halten. Ach ja, ich habe dem zyprischen Videoportalbetreiber noch zurück geschrieben, schließlich interessiert mich schon, welche Videos ich mir noch bis Freitagnachmittag um 15:08, wenn mein 4,99 Euro Premium Zugangs Abo abläuft denn nun ansehen kann:

Welches Videoportal betreibt CCT24?

Ich bin gespannt, ob es tatsächlich ein Videoportal gibt. Ist aber letztlich auch egal. Wahrscheinlich gibt es sogar irgendwo irgendeine Seite auf der irgendwelche zweifelhaften Videos liegen. Sowas ist ja schnell gebaut.

Was bleibt nun?

Ich bin schlauer geworden in den letzten Tagen. Ich habe gelernt, dass ich längst nicht so sicher vor “Internetbetrug” bin, wie ich immer geglaubt habe. Mit der Drittanbietersperre dürfte dem aber ein Riegel vorgeschoben worden sein. Und ich kann wieder etwas ruhiger schlafen, weil die zunächst vermutete “Man in the Middle”-Attacke und/oder das Klonen einer meiner SIM-Karten wohl nicht zum Angriffsszenario gehörten. Meinen mobilen Hotspot werde ich dennoch so schnell nicht wieder für Dritte zur Verfügung stellen.

Leider bleibt auch ein weiterer fader Beigeschmack, denn hier wird ganz eindeutig Schindluder getrieben. Schindluder, an dem wenigstens CCT24, BillInfo sowie die Telekom verdienen. Und selbst wenn auf meinem Mobiltelefon ein Banner mit der Aufschrift “Klicke hier und zahle 4,99 Euro/Woche” aufgerufen worden wäre (Ich meine, wer ist davor gefeit, sein Mobiltelefon z.B. einem Kind in die Hand zu geben? Was, wenn in einer werbefinanzierten App statt der üblichen Googlebanner auf einmal so ein WAP-Bezahl-Banner eingebaut ist? Ein Klick darauf genügt. Mehr nicht!) – wie kann es sein, dass es dort keine zusätzliche Sicherheitsfeatures gibt? Mag ja sein, dass WAP-Billing für Parkgebühren ohne TAN-Eingabe praktisch ist. Aber spätestens wenn der Serviceanbieter das Wort “Abo” verwendet, müsste doch eine Sicherheitsabfrage erfolgen?! Jeder Anruf bei der Telekom-Hotline wird durch die Abfrage von Geburtstag, Wohnort und ggf. Kundennummer besser abgesichert als das Abschließen solcher dubiosen Abos.

So. Genug geärgert, mehr gebloggt als in den letzten 24 Monaten. Ich gehe jetzt in die Sonne. Kaffeetrinken. Ganz analog.

Beitragstitelbild:
Glass of Heart, CC by Rahim Packir Saibo