Heute ist mein iPad angekommen. 16GB, 3G, gefüttert mit einer zugeschnittenen MultiSIM von T-Mobile.

Wie fühlen sich nun die ersten Stunden mit dem iPad an?

Erster Eindruck: Das Gerät ist recht schwer. Kein Vergleich mit meinem Sony eReader – Bücher möchte ich auf dem iPad wirklich nicht lesen, auch wenn die Animationen und die grafische Aufmachung der iBooks natürlich sehr nett sind – Gewicht und Formfaktor des iPads sind zum Bücherlesen aus meiner Sicht aber einfach unhandlich und das LCD-Display ist eben kein e-Ink.

Den SPIEGEL und die WELT digital darauf zu lesen, macht aber bedeutend mehr Spaß als auf dem iPhone. Hier hat man wirklich das Gefühl, digitale Zeitungen in der Hand zu haben – ein bisschen so wie die bewegten Zeitungen von Harry Potter. Problem nur: Schon nach 2 Stunden iPad-Benutzung kommt mir das iPhone wahnsinnig klein vor. Das iPad macht eben doch genau das, was das iPhone macht – nur größer ;-)

Standardprogramme

Die hauseigenen Programme wie Mail, Adressbuch, Notizen und Co sehen auf dem iPad alle schöner aus als auf dem iPhone. Die Bedienung ist angenehm und intuitiv. Die Programme können aber nicht mehr, als die Programme auf dem iPhone.

iPad Apps

Natürlich habe ich mir einige Applikationen aus dem AppStore geladen – nervig ist hier, dass viele Entwickler zweimal kassieren – längst nicht jede App vereint als sogenannte Universal-App sowohl iPad- als auch iPhone-Version in einem. Hier überlege ich wirklich zwei Mal, ob ich meine Online-Banking-App nun für das iPad noch einmal kaufe, oder ob das Banking eben weiter mit dem iPhone gemacht wird. Schade, denn, wie gesagt, das iPad kann ja alles, was das iPhone auch kann, nur größer. Doppelt dafür bezahlen? Ich glaube, das werde ich nur bei sehr wenigen und ausgesuchten Programmen wirklich tun. Natürlich kann ich aber die Entwickler verstehen – warum etwas kostenlos herausgeben, für das sie ja auch neu programmieren mussten? Ein klassischer Teufelskreis also.

Musik mit dem iPad

Wie ich bereits andeutete, haben mich ja vor allem die Musikapplikationen zum iPad getrieben. Also habe ich derer mehrere ausprobiert und hier ist wirklich ein Unterschied zum iPhone zu bemerken. Mit den virtuellen Klavieren und Synthesizern auf dem iPad kann man wirklich recht gut spielen – die kleine Songidee zwischendurch oder die eine Chorstimme lassen sich so gut skizzieren. Weit besser, als auf dem iPhone, auf dem ich jede Musiksoftware eigentlich mehr als “Proof of Concept” denn als wirklich arbeitstaugliche Applikation verstanden habe. Es mag sein, dass sich das iPad in diesem Bereich (Musikspielzeug, Ideenbuch) etabliert, mal schauen, was der AppStore noch so hergibt.

Dokumentverwaltung

Ich habe iWork, Quickoffice HD und GoodReader auf dem iPad installiert, um auf meine Dateien zurückzugreifen und diese mobil nutzen zu können. Bisher habe ich noch keines der drei Programme gut genug getestet, um mir ein Bild über die Alltagstauglichkeit zu machen. Was mir aber gleich durch den Kopf schoss war die Frage, wie ich denn nun ein bearbeitetes Dokument eben fix ausdrucken könnte. Geht leider nicht. Das wäre schön: Ein Dokument (z.B. Arbeitsblatt) aus der Dropbox auf das iPad laden, fix überarbeiten und an einen der Netzwerkdrucker in der Schule schicken.

Unterrichtsrelevanz

Ich würde mir wünschen, das iPad per VGA-Adapter an den Beamer anschließen und dann die Synthesizer oder Piano-Applikationen an die Wand projezieren zu können. Für den Musiktheorieunterricht sehe ich da große Möglichkeiten – noch scheint das aber nicht zu gehen. Mal schauen, was da noch kommt – und was die Jailbreak-Gemeinde vielleicht noch zu bieten hat.

Fazit

Nach einem Nachmittag iPad muss ich sagen: Ich weiß es nicht. Das Gerät fasziniert, ja, denn die Gestensteuerung fühlt sich noch einmal anders an als beim iPhone. Aber ob das iPad wirklich ein Gerät zum produktiven Einsatz oder doch nur Sofaspielzeug ist, das werden die nächsten Tage zeigen müssen.

Ein Tag mit dem iPad

2 Kommentare zu „Ein Tag mit dem iPad

  • 21. Juni 2010 um 20:59
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    Glückwunsch! Bei mir hat es inzwischen einen festen Platz eingenommen. Sowohl iPhone wie Laptop werden für gewissen Dinge deutlich weniger genutzt. Das iPad kann es meistens besser, weil handlicher ohne winzig zu sein. Wünsche viel Spaß in den nächsten Tagen! :)

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