Manchmal müsste man einen Blogeintrag beginnen mit: „Warum habt ihr mir das nicht schon längst gesagt?!“ oder „Wieso hab ich das erst jetzt gefunden?!“ oder „Meine Güte, da googlest Du Dir die Finger wund und dann kommt die Lösung aus einer völlig anderen Ecke!“. Solche oder so ähnliche Gedanken sind mir die letzten drei Tage durch den Kopf gegangen, seit ich, ausgelöst durch einen Eintrag auf dem Heute-kannst-Du-diese-Software-günstiger-bekommen-Blog www.macappdeals.com weiß, dass es die Software Slink gibt.

Wie lange habe ich nach der Möglichkeit gesucht, von der Schule aus bequem(!) auf meine iTunes Mediathek zu Hause zugreifen zu können? Was habe ich nicht alles ausprobiert, wie viele kleine Serverprogrämmchenhabe ich auf meinem Mediaserver laufen gelassen, um dann letztendlich doch nur un- oder halbzureichende Lösungen zu finden.

Das Problem ist einfach und schnell beschrieben: Als Musiklehrer besitze ich eine recht große iTunes Bibliothek (knapp 13.000 Titel), die ich aus zwei Gründen nicht auf meinem Laptop mit mir herumtragen möchte:

  1. Die eingebaute SSD im MacBook Air ist nicht unendlich groß
  2. Ich möchte eigentlich nur eine einzige iTunes Bibliothek pflegen müssen
Schon lange habe ich deshalb einen Mac Mini irgendwo (=im Gästezimmer) stehen, der alle Medien im Hause Dorok verwaltet – von dort werden auch Filme und Fernsehserien zum Apple TV gestreamt, etc. Mit iTunes Homesharing hat Apple einen tollen Service im Angebot, der es ermöglicht, dass meine Geräte (MacBook Air, iPhone, iPad, iTunes auf dem (Windows-)Laptop der besten Frau der Welt) auf diese Bibliothek zugreifen und Musik von dort streamen oder kopieren können.
 
Nur von unterwegs geht das leider nicht, obwohl der Server den ganzen Tag läuft und obwohl MobileMe iCloud diverse Möglichkeiten des Fernzugriffs (BackToMyMac) bietet.
 
Nun kommt  Slink daher, ein kleines, kostengünstiges Programm, das auf dem Mediaserver läuft, und dann sämtliche über Bonjour verfügbaren Dienste durch meinen Router zu Hause durchroutet und so mittels kleinem Clientprogramm auf dem MacBookAir *schwuppdiwupp* mein iTunes Homesharing auch dann anzeigt, wenn ich gar nicht @Home sondern @School oder @Sonstwo bin.
 
Super! Genau das habe ich gebraucht.
 
Wer noch mehr will, der kann mit  Slink auch nahezu all das machen, was iCloud ermöglicht: Screensharing, Printsharing, Filesharing, etc. Wenn  Slink an ist, könnte ich daher auch:
  • auf meine Drucker zu Hause drucken
  • auf meine Dateien zu Hause zugreifen (selbst auf die, die auf der TimeCapsule liegen)
  • Musik auf meine verschiedenen AirPlay Lautsprecher streamen
Zumindest die erste und zweite Möglichkeit ist aber wahrscheinlich eher dann anzuraten, wenn man die Bewohner im Haus in Angst und Schrecken versetzen möchte…
 
Slink – einmal auf dem Server, einmal auf dem MacBook Air:
[tabs slidertype=“images“ auto=“yes“ autospeed=“4000″] [imagetab width=“560″ height=“325″]slides/slink1.jpg[/imagetab] [imagetab width=“560″ height=“325″]slides/slink2.jpg[/imagetab] [/tabs]

 

Bleibt nur zu sagen:  Slink ist das Tool, auf das ich immer gewartet habe. Einziger Nachteil derzeit aus meiner Sicht: Ein Zugriff von iPhone und iPad ist derzeit (noch?) nicht möglich – hierfür werde ich weiterhin StreamToMe, MediaTap oder MyTunesRSS laufen lassen – genug Power hat der Server und die Lizenzen für die Programme sind ja nun einmal da. Doch wenn  Slink mich nicht in den nächsten Tagen massiv enttäuschen sollte, dann habe ich endlich DAS Tool gefunden, das mir immer gefehlt hat.

Fernzugriff auf die iTunes Bibliothek
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16 Kommentare zu „Fernzugriff auf die iTunes Bibliothek

  • 28. November 2011 um 21:37 Uhr
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    Bin auf einen Bericht wirklich gespannt, weniger wegen iTunes als eher wegen des Filesharing. Interessant: Slink kostet über die Webseite 24,99$ und im AppStore 7,99€.

  • 29. November 2011 um 16:17 Uhr
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    Die unterschiedlichen Preise resultieren sicherlich aus „Überbleibseln“ des „Black Friday“ Angebotes: Der AppStore ist ja nicht gerade für schnelle Änderungen bekannt.

    Ich kann jedenfalls aus meiner bisherigen Praxis berichten, dass ich mit „Slink“ sehr zufrieden bin – http://www.slinkware.com bietet aber mit „TuneIn“ auch noch eine viel kleinere Software an, die NUR den Zugriff auf das HomeSharing ermöglicht. Ich habe das erst „zu spät“ gesehen, wer also Geld sparen möchte und auf den Rest der Features verzichten kann, der sollte sich „TuneIn“ einmal genauer anschauen, denke ich.

  • 13. Dezember 2011 um 15:09 Uhr
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    Das klingt sehr gut! Mit welchem Gerät streamst du die Dateien zu Hause, um Musik zu hören?
    Ich überlege momentan auch meine Mediathek (vorrangig zunächst Audiodateien) auf eine am Netzwerk angeschlossene Festplatte zu packen und sie zu Hause über die Anlage und notwendigerweise einen WLAN bzw. DLNA Receiver zu streamen. Das ist noch gar nicht so einfach, wie ich mir das gedacht habe. Die Audiohersteller bieten bislang noch sehr wenig von diesen Receivern, auch Netzwerk-Player genannt, an. Ich möchte eben auch kein Laptop bedienen, um Musik zu hören. Eher möchte ich die Musikdatenbank über die Fernsehoberfläche oder über das Smartphone bedienen. Jetzt interessiert mich brennend wie du das zu Hause gelöst hast. :-)

  • 14. Dezember 2011 um 10:21 Uhr
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    Zunächst einmal ist es so, dass wir hier zu Hause relativ wenig Musik hören. Dennoch haben wir diverse Möglichkeiten, die Musik vom Server (ich habe mich bewusst für den MacMini mit iTunes drauf entschieden, weil mir diese ganzen Media-Netzwerk-Festplatten alle nicht zugesagt haben und weil es für das iTunes Universum einfach die meisten gut funktionierenden Gerätschaften gibt) zu hören.

    Im Esszimmer und in der Küche haben wir Airport Express Stationen mit angeschlossenen Aktivboxen stehen. Im Wohnzimmer ist ein Apple TV 2 an den Fernseher und die Stereoanlage angeschlossen. Das AppleTV kann je nach Bedarf auch ohne Fernseher gestartet werden und dient dann als einfache AirPlay-Station. Im Schlafzimmer und im Gästezimmer gibt es jeweils ein Radio mit iPhone Dock.

    Die Musik können wir auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen auf diese Lautsprecher bringen (bei Partys gerne auch mal auf alle gleichzeitig ;-)):

    1. Mittels iPhone Remote
    Das iPhone greift per Homesharing auf die iTunes Library des Mac Minis zu und streamt die Musik dann an die ausgesuchten Boxen.

    2. Mittels AppleTV
    Filme, Serien und Musik kommen im Wohnzimmer vom AppleTV (welches man, wenn man möchte, natürlich auch wieder übers iPhone steuern kann). Das AppleTV wiederum streamt die Inhalte vom Server.

    3. Mittels Laptop
    Im Arbeitszimmer sitzen wir beide mit unseren Laptops und können von dort natürlich bei Bedarf auch über iTunes und das Homesharing auf alle Mediendateien auf dem Server zugreifen.

    4. Mittels iPhone direkt
    Da das iPhone inzwischen ja auch AirPlay direkt unterstützt, höre ich z.B. Podcasts immer direkt vom iPhone und schicke die dann nach belieben auf die Boxen im Esszimmer, in der Küche oder an das AppleTV im Wohnzimmer. Das geht natürlich auch mit Hörbüchern von Audible aus der AudibleApp oder Musik, die ich frisch auf dem iPhone gekauft aber noch nicht auf den Server übertragen habe.

    Wir haben hier auch noch die (ungenutzte) Möglichkeit, Mediendateien über die FritzBox zu verteilen. Das haben wir bisher nicht genutzt, unser neuer Fernseher hat allerdings die Möglichkeit, direkt auf die Daten der FritzBox zuzugreifen – wir werden aber wohl bei der iTunes Möglichkeit bleiben, zumal wir uns eben vor einiger Zeit dazu entschieden haben, das „iTunes Universum“ für unsere Mediendaten zu nutzen.

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  • 15. August 2012 um 00:43 Uhr
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    Hallo,

    ich hätte eine Frage bezüglich Slink, ist es möglich das mehrere User auf die Itunes Bibliothek zugreifen können?
    Oder kann immer nur eine Person auf Itunes zugreifen.

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüssen
    Michael Dünser

  • 15. August 2012 um 21:19 Uhr
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    Hallo,

    Danke für die schnelle Antwort!
    Können auch mehrere Personen gleichzeitig auf Itunes zugreifen und Musik abspielen.
    Bin da leider noch nicht schlau geworden.

    Gruß, Michi

  • 16. August 2012 um 16:05 Uhr
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    Ich bin mir relativ sicher, dass man mit beliebig vielen Clients auf die mittels Slink freigegebene iTunes-Bibliothek zugreifen kann, aber genau sagen kann ich das nicht, schließlich programmiere ich Slink ja nicht. Aber dafür gibt es ja die 14tägige Demoversion – lad Dir die doch einfach runter und probiere aus, ob Slink das macht, was Du gerne hättest: http://slinkware.com/downloads/

  • 26. März 2013 um 14:43 Uhr
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    Hallo. Das bedeutet aber, daß der MacMini ständig läuft – oder bei Netzwerkzugriff „aufwacht“?

  • 26. März 2013 um 17:23 Uhr
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    Ja, das bedeutet es. Da der MacMini aber auch andere Serveraufgaben erfüllt, ist er sowieso von 6-2 Uhr an. Seit iTunes Match und iTunes in der Cloud nutze ich Musik aber fast nur noch darüber.

  • 27. März 2013 um 06:51 Uhr
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    Leider macht mein momentaner Router (Speedport 504v) wegen fehlendem UPnP nicht mit. Nutzen Sie ein reines Modem und eine Airport Express, oder ein „neueres“ Kombigerät wie z.B. eine Fritzbox?

  • 27. März 2013 um 07:01 Uhr
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    Ich sitze hinter einer Fritzbox, bei der ich UPnP aber ausgeschaltet hsbe – Ports gebe ich nur von Hand frei. Aber selbst wenn Ihr Router kein UPnP unterstützt müsste man die entsprechenden Ports doch auch in einem Speedport von Hand freigeben können, oder nicht?

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