Songwritinggitarre

Material: Eigenen Popsong entwickeln

Vor einiger Zeit hatte ich – wieder einmal – das Vergnügen, einen Oberstufenkurs der Einführungsphase (=erstes Jahr der Oberstufe am G8-Gymnasium, an meiner Schule abgekürzt mit “EF”) unterrichten zu dürfen in dem die Schülerinnen und Schüler mir glaubhaft versichern konnten “Noten lesen können wir nicht”. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und ich bin momentan zu müde, sie (und mögliche Gegenmaßnahmen) aufzuführen. Also dachte ich mir “dann müssen eben Mittel und Wege her, wie auch diese Kinder mitmachen können, auch dann, wenn sie eben keine oder nur sehr geringe Kompetenzen im Bereich Musiktheorie/Notenlesen” aufweisen.

Da in der EF in unserem schulinternen Lehrplan das Themengebiet “Ist das Kunst oder kann das weg? Popmusik in der Diskussion” steht, habe ich Materialien entwickelt, welche es den SuS in einem gestuften Verfahren ermöglichen sollten, einen eigenen kleinen “Popsong” zu schreiben. Und das bei möglichst geringer Anforderung in Sachen “Notenkenntnis”. Was dabei herausgekommen ist teile ich hier gerne mit euch, vielleicht könnt ihr es ja auch gebrauchen:

Stufe 1 – Akkordprogressionen finden

Hier sollen die SuS zueinander passende Akkorde für Strophe und Refrain entwickeln. Das Material ist aufbereitet für SuS, die ein Keyboard bedienen können, solche, die eine Gitarre spielen können und diejenigen, für die das Smartphone das Instrument der Wahl ist.

Stufe 2 – Melodien entwickeln

Auf Basis der Töne der entwickelten Akkordprogressionen sollen die SuS nun eigene Melodien erfinden. Auch hier gibt es Material auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus. Level 1: Ganz ohne Noten und ohne Notenwerte. Level 2: Mit Noten, aber ohne ausgefeilten Rhythmus. Level 3: Mit Noten und mit (komplexerem) Rhythmus:

Stufe 3 – Text ergänzen

Hier soll es darum gehen, einen Text zu erfinden, der zur Melodie gesungen werden kann. Es gibt kurze Hinweise zu syllabischem und melismatischem Gesang. Ansonsten ist die Aufgabe für alle mehr oder weniger gleich.

Auswertungsbogen / Erwartungshorizont

Natürlich steht auch am Ende einer Gestaltungsaufgabe die Bewertung und Benotung der Ergebnisse. Deshalb habe ich den von mir benutzten Auswertungsbogen hier auch für euch abgelegt.

Fazit:

Meine Schülerinnen und Schüler waren von dieser Gestaltungsaufgabe tatsächlich sehr angetan, gerade das differenzierte Material hat ihnen dabei geholfen, vorhandene Ängste, basierend auf der Erfahrung “In Musik kann ich nichts, ich kann ja keine Noten” zu nehmen. Immerhin. Glücklich bin ich zwar nicht damit, dass ich in einem Musikgrundkurs der Oberstufe mit derart reduziertem Anspruch agieren muss. Aber besser differenziert und mit SuS, die dann auch mitmachen, als auf zu hohem Niveau über die Köpfe der SuS hinweg.

Vielleicht könnt ihr die Materialien für einen ähnlichen Kurs oder in der Mittelstufe oder als Anregung dafür, wie man Aufgaben im Musikunterricht differenzieren kann, gebrauchen. Viel Spaß damit. Und schöne Osterferien ;-D

  1. auchlehrerApril 23,18

    Vielen Dank für dieses Material! Ich kenne/unterrichte diese Schüler ohne Notenkenntnisse auch – aus dem einen (gekürzte Stunden) oder anderen (Klassen mit 18-30 Schülern) Grund habe ich in unteren Klassen Notenlehre und Klassenmusizieren kürzen müssen. Den Grundkurs beginne ich deshalb meist mit einem Musiktheorie-Kompaktkurs, an dessen Ende ich mir diese Kreativaufgabe gut vorstellen kann. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren.